(Für die Texte und die Abbildungen wurden Fachbücher, Publikationen, Leitlinien z.B. in awmf.org und Beiträge von Kollegen konsultiert.)

Humane Papillomvirus (HPV)-Infektionen

Welche Erkrankungen rufen HPV-Infektionen hervor?

 

Ca. die Hälfte aller HPV-Viren rufen gutartige Haut- und Schleimhautwarzen hervor. Nur selten ist eine maligne Entartung zu beobachten.

Die bekanntesten durch HPV-Viren hervorgerufenen Hautveränderungen sind gewöhnliche Warzen (Verrucae vulgares) und plane Warzen. Neben dem bereits erwähnten Warzenarten gibt es auch im Bereich der Schleimhäute und Übergangsschleimhäute warzenartige Veränderungen, so z.B. die spitzen Kondylome (Kondylomata acuminata, Feigwarzen) sowie isolierte Schleimhautwarzen der Mundschleimhaut, des Rachens und des Zahnfleisches.

Auch eine Selbstansteckung und Verbreitung der Warzen ist möglich. Werden Warzen z.B. aufgekratzt, können im Bereich der Kratzspur neue Warzen auftreten.

Verrucae vulgares (vulgäre Warzen)

wartsVerrucae vulgares sind die am weitesten verbreitete Warzenform. Sie können an jeder Körperstelle auftreten, es werden jedoch die Extremitäten, an Fingern und Handrücken und Fußsohlen bevorzugt. Gehäuft sieht man das Auftreten von Warzen bei Neurodermitispatienten, bei sehr trockener und feucht-kühler Haut. Eine Übertragung erfolgt vornehmlich in Schwimmbädern sowie in gemeinschaftlich benutzten Umkleideräumen, wie sie in verschiedenen Sportanlagen zu finden sind. Plantarwarzen werden als besonders ansteckend eingeschätzt. Das Auftreten hängt auch stark vom Immunsstatus des einzelnen Patienten ab. So kann es z.B. bei angeborenen oder auch erworbenen Immundefekten (z.B. nach Organtransplantation oder bei HIV-Infektion) zu einer Verbreitung von Warzen am gesamten Körper kommen.

Kondylomata acuminata (Feigwarzen)

Diese Art von Warzen kommen insbesondere an der Genital- und Perianal- sowie Analschleimhaut vor. Die Übertragung erfolgt meist durch den Geschlechtspartner.

Insbesondere dann, wenn bestimmte Mileufaktoren gegeben sind. Hierzu zählen Feuchtigkeit sowie eine aufgeweichte und verletzte Hautoberfläche. B

esondere Aufmerksamkeit ist den Kondylomata plana (flache Kondylome) zu schenken. Diese kommen häufig am Gebärmutterhals vor. Sie sind mitverantwortlich für die Entstehung des Gebärmutterhalskarzinoms.

Therapie der HPV-Virusinfektionen

Zunächst werden konservative therapeutische Maßnahmen durchgeführt. Hierzu zählt das Aufweichen der Warzen mit z.B. Guttaplast und nachfolgend das mechanische Abtragen (z.B. mit Bimsstein). Weiterhin können eine Vielzahl von verschiedenen Lösungen, welche zum einen das Virus abtöten sollen, zum anderen zellwachstumshemmend sind (z.B. Veramed, Verrumal), aufgetragen werden.

Nicht selten ist bei Kindern eine Suggestivtherapie erfolgreich.

Sollten diese therapeutischen Maßnahmen nicht ausreichen, können verschiedene operative Verfahren angewendet werden. Diese werden in lokaler Betäubung durchgeführt. Kryotherapie, die Abtragung mit Elektrodesikkation (ein elektrotherapeutisches Verfahren) oder chirurgisch mit Schere oder Skalpell, schließlich kann eine Lasertherapie der betroffenen Stelle durchgeführt werden.

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Was können Sie unterstützend tun?

Bei Menschen mit kalten Händen und Füßen sollte eine Weitstellung der peripheren Gefäße zur Durchblutungssteigerung erfolgen. Dies geschieht durch ein durchblutungsförderndes Gefäßtraining mit z.B. gefäßerweiternden Lokaltherapeutika, warmen Strümpfen, Handschuhen und entsprechendem Schuhwerk. Von großer Bedeutung sind hier die Naturheilverfahren, insbesondere die Hydrotherapie nach Kneipp mit kalten und warmen Güssen, sowie überwärmenden Hand- und Fußbädern. Im Bereich des Genitales ist für eine ausreichende Hygiene zu sorgen. Im Falle der Kondylomata acuminata ist zur Vermeidung einer Reinfektion auch eine Partnerbehandlung anzustreben.

Fachübergreifende Therapie:

Spitze Kondylome, die sich bis in die Harnröhre hineinziehen, sollten urologisch mitbehandelt werden. Bei Befall der Scheide und der Gebärmutter ist eine gynäkologische Vorstellung erforderlich.

 

 

 

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